Gleichberechtigung im internationalen Vergleich

Die Nike Kampagne „Dream Crazier“ mit Serena Williams ist nur ein Beispiel dafür, dass sich Marken in den vergangenen Jahren vermehrt darum bemühen, in ihrer Werbung die traditionellen und etablierten Geschlechterrollen aufzubrechen. Doch auf welche Art und Weise spiegeln diese Bemühungen das tatsächliche Bild der Gesellschaft wider?

Zum heutigen Girl´s Day nutzen wir unsere TGI-Daten daher, um den Einstellungen der jungen weiblichen Generation auf den Grund zu gehen.

 

Die Prioritäten im Job unterscheiden sich

Im Vergleich zu anderen Ländern scheinen die Karriereambitionen der jungen deutschen Frauen zwischen 15 und 34 Jahren in den letzten Jahren etwas abgenommen zu haben. Stimmten 2015 noch 33% der jungen Frauen der Aussage zu „Ich möchte beruflich an die Spitze kommen“, sind es heute nur noch 26%. Diese Zahlen sind noch deutlich von denen der jungen Männer zwischen 15 und 35 Jahren entfernt, deren Zustimmung ebenfalls abnimmt, allerdings höher liegt mit Zustimmungswerten von 40% in 2015 und 36% in diesem Jahr. Auch die Zusammenarbeit im Team wird von beiden Geschlechtern inzwischen weniger präferiert als noch 2015. Hier sind die Frauen (34%) im Vergleich zu den jungen Männern (32%) aber noch immer etwas eher bereit im Team zu arbeiten.


Globale Entwicklungen in der Gleichberechtigung

Global betrachtet liegen die westlichen Märkte etwas hinter aufstrebenden Märkten wie beispielsweise Brasilien. Die Daten der TGI Global Quick View Studie1 in 22 Ländern offenbaren, dass über 80% der jungen Frauen von 16 bis 34 Jahren in Indien, Brasilien und Mexico angeben „beruflich an die Spitze“ kommen zu wollen. Diese Zuversicht in eine erfolgreiche Zukunft für Frauen  in den BRIC-Staaten wurde unter anderem durch die Gründung des Forums Gender & Women’s geweckt, welche Gleichberechtigung bestärkt und fördert.


Gleichstand in der Zufriedenheit und der Suche nach Aufmerksamkeit

In Deutschland hat sich außerdem die Zufriedenheit mit dem Lebensstandard für viele junge Frauen in den vergangenen Jahren etwas verringert. 45% der befragten jungen Frauen stimmen der Aussage zu, mit ihrem Lebensstandard zufrieden zu sein. Beinahe die Hälfte der Frauen zwischen 15 und 34 Jahren geben an generell mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein. Sie liegen damit gleich auf mit den jungen Männern, deren Werte über die vergangenen drei Jahre etwas gestiegen sind. Auch bei der Suche nach Aufmerksamkeit unterscheiden sich die Geschlechter nur um zwei Prozentpunkte in ihrer Zustimmung zu der Aussage: „Ich hebe mich gerne von der Masse ab.“ (Männer: 29%; Frauen:27%). Während die Zustimmungrate der jungen Frauen seit 2015 konstant geblieben sind, hat sich die Zustimmung der jungen Männer im gleichen Zeitraum um 5 Prozentpunkte verringert.


Das Verständnis von Schönheit

Der Schönheitsbegriff wurde in den letzten Jahren neu besetzt. Die deutschen TGI Daten zeigen, dass 2018 mit 55% mehr junge Frauen als in den Jahren zuvor der Aussage zustimmen: „Für mich bedeutet schön sein, meine Persönlichkeit, meine Unterschiedlichkeit zu unterstreichen“. Bei den jungen Männern ist die Zustimmung zu dieser Aussage seit 2015 hingegen etwas gesunken, von 37% auf 33%.

All dies sind Gründe sich am heutigen Girls Day in Deutschland zu fragen, wie wir uns beim Thema Gleichberechtigung in Europa noch weiter verbessern können. Der Blick auf die positive Entwicklung in den BRIC-Staaten gibt Hoffung.


1Befragt werden Personen ab 16 Jahren in 22 Ländern, die mindestens einmal wöchentlich das Internet nutzen

 

 



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