Welttag des geistigen Eigentums

Am Dienstag, den 26. März, verabschiedete das Europäische Parlament, nach zweieinhalb Jahren intensiver Verhandlungen zwischen den europäischen Institutionen und diversen digitalen Unternehmen, die EU- Urheberrechtsreform. Die letzte Reform zu diesem Thema stammte aus dem Jahr 2001, sprich aus der Vorzeit der digitalen Welt. Im Jahr 2001 gab es weder Facebook noch Twitter oder Instagram. Lediglich Google hatte sich mit seinen drei Jahre Internetpräsenz bereits einen Namen gemacht. Das „Web 2.0“ steckte noch in den Kinderschuhen.

Die jetzige Reform dient unter anderem auch als Antwort auf die derzeitige Nutzung  von Eigentum und Inhalten durch Internet- und Social Media-Riesen. Die Reform zielt auf zweierlei ab: Zum einen soll sie gewährleisten, dass Urheber, Produzenten und Verleger für Ihre Arbeit, die ohne ihre Erlaubnis auf diesen Plattformen verfügbar ist, bezahlt werden (Artikel 15); zum anderen sollen diese Plattformen - die sich hinter ihrem Hostingstatus verstecken - für die Verwendung geschützter Inhalte, hochgeladen von ihren Nutzern, verantwortlich gemacht werden (Artikel 17). Dementsprechend gibt es sowohl finanzielle als auch rechtliche Auswirkungen. Finanziell, weil bislang fast ausschließlich die Internetgiganten von Onlinewerbung profitieren und Urheber, Verleger und Produzenten nun auch ein „Stück des Kuchens“ abhaben wollen. Rechtlich, weil ein Großteil der Inhalte, die im Internet zu finden sind, ohne das Einverständnis der rechtmäßigen Eigentümer geteilt wird. Was wiederum erst durch die verantwortungslosen Rahmenbedingungen der Plattformen möglich ist.

 

Anders als diese Webgiganten, gibt es eine große Anzahl an Medienbeobachtungsunternehmen wie Kantar, die Verträge mit Rechteinhabern oder ihren Stellvertretern abschließen.  

 

In Frankreich wurde diese Branche bereits in den frühen 2000er Jahren gegründet. Auch England, Deutschland und Irland steuern diese Richtung seit mehr als einem Jahrzehnt an. Andere Märkte, darunter Spanien, Italien und Griechenland, reagierten später, bieten nun aber auch Richtlinien und rechtliche Sicherheit für Medienbeobachtungsunternehmen und deren Kunden. Aus diesem Grund wurden AMEC und FIBEP, die zwei führenden internationalen Staatsverbände, welche die Interessen von Medienbeobachtungsunternehmen schützen, im September 2016 in die Folgenabschätzung des EU- Reformentwurfs der Europäischen Kommission aufgenommen.

Als Nischengeschäft im B-to-B Bereich, weitab der finanziellen Realität von Webgiganten, stellte die Medienbeobachtung nie eine Bedrohung für Rechteinhaber geistigen Eigentums dar. Nach Aussage von Angela Mills Wade vom Europäischen Presserat, soll die neue Reform „Verleger oder ihre Geschäftsleitung nicht dazu bringen zwei Lizensen für die gleichen Rechte desselben Inhalts zu erwerben". Daher hat die EU- Reform keinen Einfluss auf Medienbeobachtungsunternehmen, die bereits Urheberrechtsabgaben leisten. In Märkten, die bisher kein rechtliches Umfeld für Medienbeobachtung bieten, wird die Reform für rechtliche Sicherheit und einen fairen Markt sorgen.


Es wird interessant sein zu sehen wie jedes europäische Land im Rahmen dieser Reform das Prinzip der fairen Vergütung definiert und ausgeübt. Es gibt starke Kostenabweichungen für Rechte zwischen den nationalen Medienbeobachtungsmärkten. Einige Länder bieten keinerlei Spielraum für Beobachtungsunternehmen und ordnen untragbare Preise an, die jegliche Monitoringaktivitäten gefährden. Mitunter schrecken Verleger nicht davor zurück ihre Preise enorm zu steigern, während sie in anderen Sektoren streng reguliert sind. Andere Länder hingegen, bieten faire und nachhaltige Vergütungsmodelle.

In einer Welt des Informationsüberflusses, ist die Medienbeobachtung für Einrichtungen und Unternehmen wichtiger denn je, um die ganzen Informationen zu analysieren und zu verstehen. Und nicht nur das, Medienbeobachtungsunternehmen warnen zudem ihre Kunden wirkungsvoll vor Fake News. Fakt ist, dass in der heutigen digitalen Welt weder Unternehmen noch Einrichtungen ganz alleine auf globale Informationen zugreifen können. Lediglich Medienbeobachtungsunternehmen, die Verträge mit Rechteinhabern abgeschlossen haben, sind dazu in der Lage. Und zwar auf Basis fairer Gehälter und eines fairen Marktes.

 

 

 

 

 

 

 

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